Dispositionskredit beim Girokonto
Ein Girokonto ist heute für Jedermann unverzichtbar geworden. Denn fast alle Zahlungen erfolgen nur noch bargeldlos, sei es der überwiesene Lohn, die Lohnersatzleistungen von der Bundesagentur für Arbeit oder die zu zahlende Miete bzw. die Stromrechnung. Kaum eine Zahlung kann man heute noch bar ausführen, wer ohne Girokonto da steht, der wird quasi vom wirtschaftlichen Leben ausgeschlossen. Doch das Girokonto alleine reicht in vielen Fällen nicht aus, auf diesem sollte auch ein Dispositionskredit eingerichtet sein.
Der Dispositionskredit sorgt dafür, dass man kurzfristige finanzielle Engpässe überbrücken kann. Er gehört schon fast zum Standard bei jedem Girokonto. Dennoch wird der Dispositionskredit nur auf Antrag gewährt und nur dann, wenn die Prüfung der Bonität des Einzelnen entsprechend gut ausgefallen ist. Der Dispositionskredit auf dem Girokonto kann bis zum Dreifachen des monatlichen Geldeingangs betragen, er wird bei vielen Banken nach der Beantragung entsprechend der Eingänge auf dem Konto angepasst, so dass er bei regelmäßig höheren Geldeingängen auch höher ausfallen kann, als ursprünglich beantragt.
Beim Dispositionskredit auf dem Girokonto handelt es sich jedoch nicht um einen herkömmlichen Ratenkredit, denn in der Rückzahlung ist man vergleichsweise frei. Er zeichnet sich dadurch aus, dass das Konto selbst ins Minus gerät, ausgeglichen wird der Dispositionskredit beim Girokonto mit dem nächsten Geldeingang. Wer jedoch den Dispositionskredit dauerhaft in Anspruch nimmt, der sollte sich nach Alternativen umsehen. Nur wenige Banken gewähren günstige Zinsen für einen solchen Kredit, in der Regel liegen die Zinsen zwischen acht und bis zu 20 Prozent.
Für langfristige Nutzungen ist dieser Kredit also keinesfalls zu empfehlen, da er einfach zu teuer ist. Merkt man, dass man trotz regelmäßiger Geldeingänge nicht mehr aus dem Dispositionskredit heraus kommt, so ist es ratsam, über eine Umschuldung nachzudenken. Diese kann mit Hilfe eines herkömmlichen Ratenkredits erfolgen. Eine andere Alternative zum Dispositionskredit ist der Abrufkredit, bei dem man, je nach Bedarf, diverse Summen zur Auszahlung abrufen kann.
Der Dispositionskredit beim Girokonto eignet sich lediglich zur Überbrückung eines kurzfristigen finanziellen Bedarfs, etwa wenn die Miete bereits vor dem Gehaltseingang abgezogen wird oder ähnliches. In allen anderen Fällen sollte man diesen Kredit nicht unbedingt in Anspruch nehmen, da die Kosten einfach zu hoch sind. Ebenfalls lassen die Banken oftmals noch eine geduldete Überziehung zu, die noch über das eingeräumte Dispositionslimit hinaus geht. Diese geduldete Überziehung muss dann jedoch mit noch höheren Zinsen ausgeglichen werden, so dass man sie nach Möglichkeit ebenso wenig in Anspruch nehmen sollte. Einen Dispositionskredit auf dem Girokonto einrichten zu lassen, dient also lediglich der eigenen Absicherung in finanziellen Engpässen, jedoch nie einer dauerhaften Finanzierung.